Bericht über die Delegiertenversammlung 2005
Bösel (kr) - „Im September oder Oktober erwarte ich den ersten Lachs in der Soeste in Kampe”, betonte der Hauptgewässerwart des Fischereivereins für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht, Knut Tholen, während der Delegiertenversammlung am 20.02.05 in der Gaststätte Bley in Bösel. In einem Diavortrag zeigte er, wie im vergangenen Jahr 10.000 Junglachse von Kampe aus in Käfigen durchs Wasser zur Nordsee verbracht wurden mit der Hoffnung, dass sie wesentlich größer zum Laichen und Fangen in die Soeste zurückkehren.
Tholen fordert alle Petrijünger auf, jeden Lachsfang sofort zu melden: Er berichtete zudem, dass die Fangergebnisse in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen seien und sich seit einigen Jahren bei über sechs Tonnen eingependelt hätten. „Geht ans Wasser und angelt, es ist genug Fisch da”, motivierte er seine Kollegen. Für dringend erforderlich hält er die Anlage von Laichplätzen für Lachse aber auch für hiesige Fischarten. Er informierte, dass ein neues Boot zum Elektrofischen angeschafft worden sei. Dies diene wie die Fangergebnisse und die Hegeangeln zur Bestandsaufnahme, um Erkenntnisse für Besatzmaßnahmen zu gewinnen.
Es wurden insgesamt 6.200,9 Kilogramm Fisch gefangen. Im vergangenen Jahr wurden für 28.930,80 € Fische ausgesetzt. Wie teuer Fisch ist, machte der Vorsitzende des Vereins, Hartwig von Garrel, klar, für ein Kilogramm Glasaal zahlt der Fischereiverein 700,- €. Als großes Problem sieht er nach wie vor die Kormorane, die Tag und Nacht fischen. Er forderte die Delegierten auf, bei den Jägern vorstellig zu werden und sie zu bitten, die Tiere zu erlegen, bis zum 31. März erlaube dies das Jagdrecht noch.
Über die exakten Sanierungsarbeiten an der Talsperre sei man nicht genau informiert, so wisse man nicht, ob eine Wasserkraftanlage eingebaut werden soll, wenn dem aber so sei, müsse es auch eine Fischtreppe geben, forderte von Garrel. Zu dem Störfall in Kampe vor zwei Jahren durch eine Biogasanlage habe man sich nicht über eine Entschädigung einigen können, hier sollen jetzt die Gerichte bemüht werden, betonte der Vorsitzende.
Die Teichanlagen in Friesoythe sollen den Ortsgruppen aus Edewechterdamm/ Kampe sowie Neuscharrel für Hegeangeln zur Verfügung gestellt werden, da sie als einzige Ortsgruppen über keine eigenen Teiche verfügen.
Den neu eingerichteten Fischpass bei der Wassermühle in Friesoythe lobte er als hervorragend und erklärte, dass sich der Fischereiverein mit 15.000,- € am Bau beteiligt habe.
Sein Dank galt der Wasseracht für ihr Engagement in dieser Angelegenheit. Der Pachtvertrag für den Küstenkanal sei unter Dach und Fach, so von Garrel. Lob gab es vom Vorsitzenden für Maria Kirchhöfel, die eine „Lady-Gruppe” für Anglerinnen gegründet habe.
Heinz Schwantje wurde auf Grund seiner langjährigen Vorstandsarbeit nach seinem Ausscheiden zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Unter Schwantjes Leitung wurden unter anderem über 5000 Frauen, Männer und Jugendliche zu Anglern ausgebildet.
Für die besten Fänge wurden bei den Erwachsenen
Thomas Heyer aus Cloppenburg, er fing den schwersten Raubfisch, einen Hecht von 16,2 kg sowie
Uwe Buschermöhle, er fing den schwersten Friedfisch, einen Karpfen von 17,8 kg, ausgezeichnet. Bei den Junganglern sicherten sich Michael Deeeken aus Garrel, er hatte als Raubfisch einen Zander von 6,57 kg an der Angel, den Pokal, und Christian Ernst aus Friesoythe holte einen Karpfen von 5,6 kg aus dem Wasser und erhielt für den schwersten Friedfisch einen Pokal.
Peter Abeln, der als Jugendwart die Pokale an die jüngeren Angler verlieh, betonte in seinem Jahresbericht, dass 278 Jugendliche und 162 Kinder in den zehn Ortsgruppen das Angeln pflegen.
Mit den Nachwuchsanglern wurden unter anderem Hegeangeln, Grillfeste, Ferienpassaktionen und Nachtwanderungen durchgeführt. Beklagt wurde von Abeln, dass immer weniger Kinder zu den Angelprüfungen kämen, hierfür machte er den Geburtenrückgang verantwortlich.
Einig war sich die Versammlung, das Image des Vereins zu fördern, deshalb soll irgendwann auch eine Homepage des Gesamtvereins im Internet eingerichtet werden.
Die drei Ortsgruppen Bösel, Cloppenburg und Peheim-Markhausen sind schon im Internet mit einer Homepage vertreten.
Hans-Ulrich Grote, für Cloppenburg und Berthold Meyer, für Peheim-Markhausen führten die Präsentation der Ortsgruppen vor.
Den Bericht über die Delegiertenversammlung als PDF hier:
Delegiertenversammlung 2005 - Kormorane ein großes Problem
