Friesoythe - 13 Fischereivereine aus dem Umkreis versammelten sich am Freitagabend, um eine Besatzmaßnahme für die vom Aussterben bedrohten Aale durchzuführen. Rund 480 Kilogramm lebende Aale wurden an die Vereine verteilt. Da ein Kilogramm etwa 200 Aale sind, wurden etwa 96 000 Aale ausgegeben. „Der europäische Aal ist vom Aussterben bedroht und soll durch die Aktion geschützt werden“, berichtet Knut Tholen, Hauptgewässerwart des Fischereivereins Friesoythe.
Die gesamte Aktion wurde organisiert von Landesverbandsgewässerwart vom Fischerei-Verband Weser-Ems Bodo Zaudtke. Die Europäische Union in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen stellt im Jahr 2011 erstmalig für eben jene Besatzmaßnahmen Fördermittel zur Verfügung. Diese Fördermittel bekommen aber nur diejenigen Vereine, die auch schon in den vergangenen Jahren im Bereich Aalbesatz aktiv waren. „Runde 60 Prozent der Kosten wird durch die Förderung finanziert“, berichtet Bodo Zaudtke.
Nach der Auslieferung der Aale ging es für die Fischereivereine direkt weiter. Sie fuhren zu verschiedenen Gewässern. Der Besatzplan ist für die Vereine vorher genau festgelegt. „An ihn muss sich strikt gehalten werden. Jeder bekommt eine festgesetzte Kilomenge und eine Besatzstrecke, auf der die Aale in die Gewässer verteilt werden“, erzählt Bodo Zaudtke.
So verteilt der Fischereiverein Friesoythe 5,8 Kilogramm Aale im Küstenkanal, 9,4 Kilogramm in der Marka, 28,9 Kilogramm in der Soeste und 13,6 Kilogramm in der Aue/Lahe. Der größte Teil der Aale wurde zur Thülsfelder Talsperre transportiert. Dort werden 166,7 Kilogramm Aale verteilt. Mit zwei Booten werden die 166,7 Kilogramm unter Leitung von Knut Tholen verteilt. „Wir haben eine genaue Besatzstrecke, auf der die Aale ins Wasser fließen. Hier haben sie eine reelle Chance zu Überleben“, erklärt Knut Tholen den Plan. „Nach zwölf Jahren sind die Aale geschlechtsreif, dann wandern sie aus. Sie schwimmen Richtung Nordsee, dann über den Atlantik nach Kuba“, berichtet Tholen. Zwar werde auch eine Großzahl an Aalen abgefischt, doch sei durch die Besatzmaßnahmen die Chance, das Weiterleben der Aale zu sichern, wesentlich größer.