Wappen Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht e.V.

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Taumelkrankheit

Auch die sog. Taumelkrankheit, die alle Süßwasserfischarten und viele Meeresfische heimsucht, wird von einem Pilz, Ichthyosporidium hoferi (früher Ichthyophonus hoferi) hervorgerufen.




Aus den mit der Nahrung aufgenommenen Dauerstadien des Pilzes werden im Fischdarm amöbenartige Plasmodien frei. Sie gelangen durch die Darmwand in das Blutgefäßsystem und werden so in die verschiedenen inneren Organe, z. B. die Leber oder die Nieren transportiert. Hier umgeben sie sich mit einer Hülle und wachsen allmählich heran.

Aus diesen Zysten werden wieder Tochterplasmodien frei, aus denen sich weitere Zysten entwickeln. Schließlich brechen die Sporen von innen her durch kleine Hauptgeschwüre nach außen durch, werden frei und sorgen für die weitere Verbreitung. Die äußeren Symptome erkrankter Fische sind Gleichgewichtsstörungen (Taumeln!), Appetitlosigkeit, Abmagern und plötzlicher Tod. Gelegentlich findet man auch kleine Geschwultsbildungen auf der Haut.

Die inneren Organe weisen kleine, runde Zysten auf. Stark befallene Organe fühlen sich vielfach hart und sandig an. Eine gesicherte Diagnose ist meist nur vom Fachmann aufgrund histologischer Untersuchungen möglich. Die Krankheit ist sehr ansteckend. Die Infektion erfolgt durch Sporen und Pilzfäden über den Kot, eventuell auch über infizierte Kleinkrebse und bei Teichfischen auch durch Verfütterung kranker Meeresfische.

Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich und eine effektive Behandlung ist derzeit auch nicht bekannt. Stark befallene Bestände können nur getötet und die Haltungsbedingungen verbessert werden d.h., die Teiche müssen im Anschluss daran sorgfältig desinfiziert werden. Um die Einschleppung in Fischzuchten zu vermeiden, dürfen keinesfalls unsterilisierte Fischabfälle verfüttert werden.

Die Ansteckung von Fisch zu Mensch ist sehr unwahrscheinlich. Das Fleisch von Taumelkrankheit befallener Fische verströmt einen unangenehmen Geruch und ist nicht für den Verzehr geeignet.

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