
Karpfenfurunkulose (ED)
Die Furunkulose kann verschiedene Verlaufsformen haben:
1. Die akute Form
Sie befällt besonders Jungfische, mit plötzlichen, äußerst hohen Verlusten durch Septikämie (Blutvergiftung). Äußerlich sind oft Blutergüsse an den Flossenansätzen und feine, punktförmige Blutungen im Kiemengewebe erkennbar. In den inneren Organen und der Muskulatur sind mehr oder weniger deutliche Anzeichen einer allgemeinen Septikämie feststellbar, wie punktförmige Blutungen, Nierenverflüssigung, Milzschwellung usw. Es können 30-50% der betroffenen Fische eingehen. Eine gesicherte Diagnose kann nur durch eine bakteriologische Untersuchung gewährleistet werden.
2. Die subakute Form
Sie verläuft über einen längeren Zeitraum mit geringeren Verlusten. Man kann zwei Verlaufsarten unterscheiden: die bekannte Form mit Beulenbildung und die der Darmfurunkulose.
a) Furunkulose mit Beulenbildung
Bei ihr sind die in der Muskulatur gelegenen Beulen zu beobachten. Kommt es zum Aufbruch, entleeren sie den typischen weinroten, eitrig-schmierigen Inhalt und hinterlassen tiefe Geschwüre. Häufig werden die Läsionen durch Pilzbefall
verschlimmert. Oft sind auch nur dunkle Hautflecken, zusammen mit Rötungen der Flossenbasen, zu beobachten, besonders bei jungen Fischen.
b) Darmfurunkulose
Sie ist gekennzeichnet durch Vorstülpung des Afters und einer massiven blutigen Darmentzündung.
3. Die chronische Form
Sie wird charakterisiert durch einen sehr langsamen, sich oft über Monate hinziehenden Verlauf. Ihr Krankheitsbild ist nicht sehr einheitlich, oft aber einhergehend mit Dunkelfärbung der Haut, Schuppendefekten, Flossenzerfall sowie Blindheit und allgemeiner Schwäche. Typisch sind auch weißliche Aufhellungen im Kopf- und Rückenbereich.
Die Furunkulose kann durch infizierte Fische (Beuleninhalt, wie auch Kot und Urin) sowie durch Eier, Gerätschaften, Vögel, blutsaugende Parasiten übertragen werden.
Diese Infektionskrankheit ist mit Medikamenten erfolgreich zu behandeln. Voraussetzung dazu ist die bakteriologische Untersuchung mit zusätzlichem Resistenztest, der den Einsatz des fallspezifischen Antibiotikums oder Sulfonamids erlaubt. Die Wahl des fallspezifischen Medikaments und die richtige Dosierung nach dem vorhandenen Lebendgewicht der Fische ist Voraussetzung zum Behandlungserfolg und zur Vermeidung von Erreger-Resistenzbildung.
Dieser Krankheit kann mit vorbeugenden Maßnahmen erfolgreich entgegengetreten werden, wie z.B. Besatzverdünnung und Futterkürzung an kritisch-warmen Sommertagen, Ouarantäne und vorangehende Kontrolluntersuchung zugekaufter Fische sowie streng gehandhabte Desinfektion der Eier, der Geräte usw.
Tote und erkrankte Fische sollten aus der Anlage abgesammelt und
unschädlich beseitigt werden, durch Verbrennen bzw. Abtransport in einen Tierkörperbeseitigungsbetrieb (nicht eingraben!!!) .
Die äußeren Symptome äußern sich in tiefgehenden, beulenartigen Geschwüren, die über die ganze Körperoberfläche verteilt auftreten. Der After ist vorgestülpt und zeigt eitrigwässrigen Ausfluss. Im Bereich der Geschwüre kommt es zu blutigen Muskelzersetzungen. Die Leber ist fleckig, die Milz stark vergrößert und der Darm vereitert. Die Schwimmblase weist Blutungen auf und ist mit Flüssigkeit gefüllt. Auch die Nieren werden meist angegriffen, häufig sogar völlig verflüssigt.
Neben der Ansteckung durch direkten Kontakt ist die Aufnahme infektiösen Materials durch das Maul nachgewiesen. Ferner durch verseuchtes Wasser und infizierte Eier.
Symptome:
von außen sichtbar:
Glotzaugen, dunkle Flecken auf der Haut, kleine Rötungen an den Flossenansätzen, zerfranste Flossen, aus dem After hängende Schleim-, Kotfäden
im Inneren des Fisches sichtbar:
geschwollene Milz, Blutungen der Organe, Blut im Darm, entzündete Darmschleimhaut
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