von Wolfgang Düver, Geschäftsführer Landesfischereiverband Weser-Ems
Im Landkreis Cloppenburg zwischen der Kreisstadt Cloppenburg und der Stadt Friesoythe liegt inmitten einer abwechslungsreichen, leicht hügeligen und bewaldeten Geestlandschaft in der Talaue der Soeste die Talsperre Thülsfelde.
Gebaut in den Jahren 1924 bis 1927, gehört sie zu den ältesten Anlagen ihrer Art in Niedersachsen.
Die Talsperre, Eigentum des Landes Niedersachsen, dient heute nach wie vor mehreren Aufgaben:
dem Hochwasserschutz des Flusstales unterhalb
der Niedrigwasseraufhöhung der Soeste
der Speisung des Küstenkanals
der Fischerei
Obgleich die wassertechnischen Aufgaben vorrangig erfüllt werden mussten und müssen, hat sich das Talsperrengelände mit seinen weitläufigen Flachwasserzonen, seinen ausgedehnten Heide- und Sandtrockenflächen bereits sehr früh zu einem äußerst wertvollen Lebensraum für gefährdete und auch vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt.
Deshalb wurde das gesamte Talsperrengebiet bereits 1937 zum Naturschutzgebiet erklärt.
Die Talsperre war und ist immer für Überraschungen gut:
Am 16. Juni 1998 gegen 9 Uhr erhielt Hanspeter Rohde aus Cloppenburg, damaliger Obmann der Fischereiaufseher an der Thülsfelder Talsperre, einen Anruf, dass im sog. Tosebecken der Talsperre ein großer Wels von 1,80 Metern Länge dümpele.
Als praktizierender Angler und des entsprechenden Lateins auch mächtig, überzeugte er sich natürlich erst einmal vor Ort von der Richtigkeit dieser Meldung.
Und tatsächlich, es dümpelte ein riesiger Wels im Tosebecken.
Rohdes erster Gedanke: „Der muss gerettet werden!” - Aber wie?
Seine Gedanken kreisten weiter. Um dem Wels durch Fangversuche keinen zusätzlichen Schaden zuzufügen, gab es nur die Möglichkeit, das Becken leer zu pumpen.
Nächster Gedanke abermals, wie?
Jetzt begann die Aktion mit dem Telefon (bis die Finger glühten). Helfer, Feuerwehr, Geräte mussten her. „Um 12 Uhr hatte ich alles zusammen”, berichtet er, „so dass die Aktion um 17 Uhr beginnen konnte”. Die Feuerwehr kam auf den Glockenschlag mit vier Fahrzeugen. Es wurde emsig gearbeitet. Um 17:15 Uhr liefen alle Pumpen, um die 800 m3 Wasser nach Sperrung des Talsperrenauslaufes abzupumpen.
Viele Zuschauer und Helfer säumten das Tosebecken und warteten auf die Dinge, die da folgen sollten. Gespannte Ruhe mit Zwischenrufen wie „da ist er!” wurden untermalt vom gleichzeitigen Surren der Pumpen. Nach zwei Stunden war es soweit. Sieben Angler, bestückt mit einer großen Wanne, stiegen, gefolgt von den Blicken der Zuschauer, ab in das rund acht Meter tiefe Tosebecken.
Gespannte Erwartung. Klappt es? Wehrt er sich stark? Nach mehreren Versuchen war der Wels in der Wanne. Noch einmal mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn gewischt, und ab ging es nach oben. Oder doch nicht?
Durch die Gewichtsverlagerung und der Bewegung innerhalb der Wanne musste das Transportmittel gewechselt werden. Ein besorgter Angler hatte aus seinem Auto eine Wolldecke geholt und nach unten geworfen. Der Wels wurde umgebettet und nach oben getragen.
Die erste Begutachtung ergab: Kein Zurücksetzen, sondern waidgerechtes Töten des Fisches. Die Verletzungen, die sich das Tier im Schieberkanal zugezogen hatte, waren so gravierend, dass dieser von seinen Leiden erlöst werden musste.
Zusammenfassend gesagt, wurde der Wels zwar nicht gerettet, jedoch von seinem langen Leidensweg erlöst. So betrachtet hatte sich die Aktion auf jeden Fall gelohnt.
Der Wels wurde gemessen und gewogen. Er war 2,08 Meter lang und 135 Pfund schwer. Das Fleisch wurde nach Begutachtung durch das Veterinäramt zum Verzehr freigegeben. Bis dahin lagerte es im Kühlhaus bzw. wurde eingefroren.
Seinem Bericht fügte Hanspeter Rohde noch hinzu, dass bereits eine Woche zuvor ein etwa gleich großer Wels (60 kg, 2,00 m) tot in der Soeste hinter dem Ablauf der Talsperre gefunden worden sei.
Rohde dankte der Feuerwehr und allen Helfern für ihren Einsatz.
Die Fischereigemeinschaft Thülsfelder Talsperre, Pächter des Gewässers, schließt sich im Namen des Vorstandes diesem Dank an.
[Thülsf. Talsperre]
[Soeste]
[Aue]
[Lahe]
[Lahe Ableit.]
[Ohe]
[Marka]
[Sagter-Ems]
[Leda]
[Fries. Kanal]
[Küstenkanal]
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[Teich II]
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[MT Teich]
[Ortsgruppenteich]
[Lutzteich]
[Teich Falkenberg]