Durch die jahrzehntelange natürliche Entwicklung hat es die Thüle mittlerweile zu einem Objekt des Natur- und Landschaftsschutzes im Mittelpunkt naturnaher Erholung gebracht.
Auf Grund ihres Alters und des Zustands ihrer Dämme wurde die Thüle bis heute saniert und wird im Laufe der nächsten Jahre noch weiter saniert werden.
So sollte auch, zur Freude der Angler, ein neues Ablassbauwerk entstehen, dessen Bau inzwischen fertig gestellt wurde.

Mit einem Volumen von fast drei Millionen Kubikmetern Inhalt, einer Fläche von 150 Hektar und einigen nur noch andeutungsweise vorhandenen Inseln, bildet das zerklüftete Ufer eine wundervolle Landschaft und ein absolutes Anglerparadies für alle Arten der Angelei.
Viele Arten von Raub- und Friedfischen finden in dem äußerst fruchtbaren Wasser reichlich Schutz und Nahrung und wachsen daher entsprechend gut ab.
Das Westufer ist seit über 60 Jahren Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.
So steht den Anglern nur das Ostufer zur Verfügung, von dem aus man hervor-ragend angeln kann. Um dennoch den Köder an einer der Kanten einer Insel oder auf der anderen Seite des Stausees in einer der Buchten anbieten zu können, haben sich viele Angler eine Lösung für das Sportfischen am Naturschutzufer einfallen lassen.
Da auch das Befahren des Sees mit Booten untersagt ist, fahren sie ihre Köder mit kleinen fern- oder leinengesteuerten Modellbooten aus. Ja manchmal sogar quer über den See, um den Köder immer an den Nahrungsplätzen der Fische zu präsentieren.

Die Methode funktioniert ausgezeichnet und so können die Angler ihren Köder auch bei Windstärken von sieben, ja sogar acht, noch über hundert Meter und mehr zum Waller, Karpfen oder Hechtangeln hinausbefördern, um ihn an einigen der fängigsten Stellen zu deponieren.
Und wenn nun mal ein Gastangler nicht so ein spezielles Boot dabei hat, wenn er mal an der Thüle angeln will, so braucht er noch nicht aufzugeben. Die überwiegende Mehrzahl der Fänge wird auf ganz normale Weise auf die Schuppen gelegt. An dem von einem Wanderweg erschlossenen Ostufer und an den Uferstrecken im nördlichen und südlichen Bereich gibt es eine Menge guter Standplätze.
Immer wieder machte die Talsperre durch ihre Großwelse von sich reden.
Diese urigen, kämpferischen Bartelträger wurden teilweise in der Vorkriegszeit und so um 1958 das letzte Mal ausgesetzt. Dennoch gab es in den letzten Jahren immer wieder unterschiedliche Größen, die entweder gefangen oder aber leider tot aufgefunden wurden.
Zwei dieser Prachtexemplare gab es am 16. Juni 1998 zu vermelden. Einer mit 2,08 m Länge wurde mit argen Verletzungen aus dem Tosebecken des Ablasswehres geborgen und eine Wocher vorher einer von 2,13 m Länge noch weiter unterhalb im Soesteflussbett, allerdings verendet.
Ich berichtete schon zuvor über den Bau des neuen Ablassbauwerkes, welches zur Freude aber vielleicht auch zum Leid der Angler errichtet wurde.
So kann ein Abwandern der Fische, wenn auch zuvor erschwert, nicht mehr stattfinden. Ein Aufsteigen war allerdings auch vorher nicht möglich.

Obwohl kein Neubesatz stattgefunden hat, traten vermehrt Fänge von Wallern der 30 cm+ Kategorie auf, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite des Zu- und Ablaufes der Thülsfelder Talsper-re.
Auch bei einem Elektrofischen der Besatzkommission im Naturschutzgebiet wurden zwei Waller von über 2,00 m Länge wieder zurückgesetzt. Dieses Zeichen sehe ich als natürliche Verbrei-tung des Wallers an, der abgelaicht haben muss, sei es auf Grund eines für ihn positiven Verlaufes der Wetterbe-dingungen oder das er einfach mit den Gewässerbedingungen gut klar kommt.

So bietet die Thüle, obwohl seitens des ansässigen Angelvereins etliche Versuche unternommen wurden, den Weißfisch-bestand zu dezimieren, einen starken Bestand an Futterfischen an.
Auch was den Aal-, Karpfen-, Hecht- und Zander-bestand anbelangt, ist die Thüle nicht zu verachten.
Sie hat ebenfalls einen guten Karpfen-bestand zu bieten, nur ist das Befischen dieser, wegen des steigenden Angel-drucks in den ufernahen Regionen des Hauptdammes eher spärlich.
Seit einigen Jahren, durch ein Hochwasser hervorgerufen, hat dieser Stausee einiges an wunderschönen „Grasern” zu bieten, obwohl er nie mit dieser Art besetzt wurde. Dieser Bestand fand, nachdem ein anderes Gewässer oberhalb der Thüle über die Ufer trat, über die Soeste ein neues noch nahrungsreicheres und größeres Domizil im Stausee.
Eine gute „Location” verlangt natürlich einiges, aber wenn man sich mal zur Herbst- und Winterzeit auf den Weg um die Thüle macht, kann man den einen oder anderen „Hot Spot” ausmachen. Da meistens im Winter oder gar seinerzeit wegen der Baumaßnahmen der Wasserstand schon mal um über einen bis zwei Meter gesenkt wurde, ist dieses trockenen Fußes möglich.
Gerade im Winter, wo zum Beispiel eine Eisdecke den See überzieht, ist man auch in der Lage, mittels Akkubohrmaschine, einem Lotblei und einer Maurerschnur die übriggebliebenen Stellen des alten Flussbettes auszumachen und auf einer Rute einen Schnurstopper als Markierung zu setzen, um die Entfernung festzuhalten.
Gerade für alle, die nicht mit einem Köder- oder Futterboot ausgestattet sind, bietet das

alte Soesteflussbett im Bereich von DLRG bis Kuhzunge (so heißt eine in die Thüle hineinragende Landzunge) aber auch in der Nähe des alten Jugendzeltplatzes einen „Hot Spot” in näherer Wurfdistanz an.
Die beste Zeit auf Waller sind die Monate von Juli bis September und je nach Wetterverhalten auch noch der Oktober. Während beim Fischen auf Karpfen schon etwas mehr Bewegung im Wasser durch Windstärken und peitschenden Regen vorhanden sein sollte, um den Erfolg nahe zu bringen, liebt der Waller es eher warm und ruhig.
Für reine Angelaufenthalte sei dazugesagt, dass das Zelten verboten ist, damit ist das Zelten in Behausungen mit festem Boden gemeint. Auch der lebende Köderfisch ist verboten. Die Anzahl der Fanggeräte ist auf drei Handangeln mit je einem Haken beschränkt. Nachtangeln ist erlaubt.
An einigen Stellen ist das Angeln untersagt oder wegen des schon erwähnten Naturschutzes verboten.
Der Fischereiverein Friesoythe und der Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. bilden die Fischereigemeinschaft Thülsfelder Talsperre e.V.