Wappen Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht e.V.

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Viel „Kies” für Kiesbett in der Marka
Bericht und Bild von Thomas Haselier, NWZ v. 30.10.07

  • Wasseracht, LFV und Fischereiverein wollen Meerforellen wieder ansiedeln.
  • Die Wasserqualität wird spürbar besser freuen sich nicht nur die Sportfischer.
  • Die Maßnahme kommt auch anderen Tieren in der Marka zugute.

  • MARKHAUSEN/ELLERBROCK - In der Marka werden sich bald wieder die Meerforellen tummeln. Wärde man eine solche Aussage sonst eher als haarsträubendes Anglerlatein abtun, hat sie jetzt aufgrund gemeinsamer Anstrengungen von Landesfischereiverband, Friesoyther Wasseracht und örtlichem Sportfischerverein eine ganz reale Grundlage: Mit rund 900 Tonnen bestem Weserkies wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Edelspeisefisch in der Marka wieder laichen kann.

    Wie am Montag Heinrich Germann, Geschäftsführer der Friesoyther Wasseracht, bei einem Ortstermin an der Marka bei Markhausen mitteilte, wurde die Maßnahme mit 15 000 Euro Landesmittel im Rahmen der EU-Wasserrichtlinie gefördert. Darüber hinaus habe der Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht 3000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Wasseracht selbst habe Arbeitskräfte für mehr als eine Woche sowie einen Bagger und einen Schlepper bereitgestellt. Die Arbeiten wurden vom Hauptgewässerwart des Fischereivereins, Knut Tholen, vorort koordiniert. Rund 1,5 Kilometer Flussverlauf wurden mit dem Kies „fischgerecht” gestaltet. Im flachen Kiesflussbett der Marka (v. l.) Hauptgewässerwart Knut Tholen, Wasseracht-Techniker Christian Weerts, Diplom-Biologe Dr. Jens Salva und Wasseracht-Geschäftsführer Heinrich Germann.

    Dr. Jens Salva, Biologe des Landesfischerei-verbandes Weser-Ems, wies auf die Bedeutung der Maßnahme für die Verbesserung der Gewässerstruktur hin. „Die Marka wird sich in einigen Bereichen sogar ein neues Bett suchen und einen kurvigeren Verlauf haben. Das dient der gesamten Tierwelt im Gewässer.”

    Vor zwei Jahren waren rund 70 000 Brutlinge (gerade geschlüpfte Meerforellen) in der Marka ausgesetzt worden, in diesem Frühjahr noch einmal 30 000. Jetzt wurde bei einem Elektrofischen festgesetllt, dass eine erstaunlich große Zahl das Jungfischstadium erreicht hat. Im Alter von rund zwei Jahren machen sich die Fische auf den Weg in die Nordsee, um danach zum Laichen über hunderte von Kilometern wieder an ihren Ursprung zurückzukehren. Das Kiesbett des Flusses ist die Voraussetzung dafür, dass die Tiere hier auch laichen. Insgesamt sei die Wasserqualitäät der Marka erstaunlich gut, so Dr. Salva. Es bestehe beste Aussicht, dass die Wiederansiedelung des wertvollen Edelfisches auch tatsächlich gelinge. Theoretisch sei auch denkbar, dass mittelfristig sogar Lachse wieder heimisch werden. Das Marka-Projekt laufe noch mehrere Jahre.

    Meerforellen werden Bis zu 20 Kilogramm schwer.
    Die Meerforelle wird durchschnittlich 60 Zentimeter groß. Längen bis 1,30 Meter und Gewichte bis zu 20 Kilogramm sind unter günstigen Lebensbedingungen möglich. Der Wanderfisch ähnelt in Lebensweise und Verhalten dem atlantischen Lachs. Im Meer unternimmt er ausgedehnte Wanderungen und steigt zum Laichen auch bis in die kleinsten Flüsse auf. Die Vermehrung erfolgt im Winter auf kiesigem Untergrund. Die Jungfische bleiben ein bis fünf Jahre im Süßwasser und wandern dann ins Meer ab.