EMSTEK – Karl-Heinz Jackwert ist verärgert. Das gute Wetter der vergangenen Wochen müsste dem begeisterten Angler eigentlich schmecken, könnte er doch bei herrlichen Temperaturen am Halener Badesee seinem Hobby nachgehen. Wenn er aber an den für Badegäste gesperrten Bereich kommt, sind meist schon andere da.

Keine Petri-Jünger aus seinem Verein, sondern zumeist Jugendliche, die dort campen und grillen. Beides ist in dem Bereich nicht erlaubt, doch das kümmert die jungen Menschen nicht. Jackwert selber hat sogar in gewissem Maß Verständnis.
„Das ist hier ein schöner Bereich und wenn sich hier jemand hinlegen will, soll er das meinetwegen tun”. Doch die Hinterlassenschaften machen ihn wütend. Bergeweise liegen Schnaps- und Bierflaschen neben Mülltüten und Papptellern. Auf einem Haufen liegen sogar Windeln, und es ist davon auszugehen, dass somit auch Erwachsene dort „Erholung” suchen.
Die Menschen darauf anzusprechen ist eine heikle Sache. Erst vor wenigen Tagen sah Jackwert sich fünf Jugendlichen gegenüber. Einer von ihnen hat eine Bierflasche geworfen, die er mit der Hand abwehrte und sich dabei eine Schnittverletzung zuzog, die mit mehreren Stichen genäht werden musste. An die Hilfe der Polizei glaubt er dabei nicht so recht. Wenn er dort anruft, weil am See gezeltet wird und offenes Feuer lodert, werde er abgewiesen: „Die kommen nicht. Ich habe dort angerufen und man sagte mir, dass die Beamten für so etwas keine Zeit hätten”.
Diese Aussage mag Klaus Kösterke von der Polizeiinspektion Cloppenburg so nicht glauben und erst recht nicht stehen lassen. „An diesem Tag ist bei uns der Anruf um 13:55 Uhr eingegangen und wir haben auch eine Streife nach Halen geschickt. Dort waren mehrere junge Menschen, von denen die Adressen notiert wurden und denen Platzverweise ausgesprochen wurden”, so Kösterke. Allerdings wird die Polizei besonders in den Sommermonaten mit Anrufen geradezu bombardiert, wenn es um Ruhestörung und Ähnliches geht. Verzögerungen seien dann nicht ausgeschlossen.
Da man die Verursacher nur schwer ermitteln kann, bleibt es bei anderen, den Dreck zu beseitigen. Der Friesoyther Fischereiverein hat lediglich die Fischereirechte gepachtet, wie Vorsitzender Hartwig von Garrel im Gespräch mit der MT erklärt. Das Gelände sei weiterhin in Gemeindehand. „Jeder Angler ist in der Satzung angehalten, seinen Müll, wie zum Beispiel Würmer-Dosen, wieder mitzunehmen. Unter den Mitgliedern funktioniert dies auch prima”. So wird es am Ende wohl den Mitarbeitern des kommunalen Bauhofes obliegen, die Chipstüten, Bierflaschen, Pappteller und Plastikbestecke einzusammeln und zu entsorgen.
Zitat von „Kalle” vom 05.08.06 aus dem
Forum des Fischereivereins Friesoythe:
Hallo zusammen!
War gerade am Badesee und musste zu meiner Freude feststellen, es ist blitze blank aufgeräumt, es ist kein Stück Papier mehr zu sehen. Ich wurde sogar von der Polizei des Platzes verwiesen, weil ich keine Angel oder Papiere dabei hatte, ist auch richtig so. Im Gespräch mit der Polizei sagte man mir, das die Order von der Gemeinde und vom Landkreis haben, zwei Mal am Tag in unregelmäßigen Abständen diesen Bereich zu kontrollieren.
Ich hoffe nur ich habe mit dem Artikel dem FVF nicht geschadet (was ich nicht glaube) aber ich denke, dass ich richtig gehandelt habe, weil ich nach dem ganzen Gelaufe nicht mehr daran geglaubt habe, dass es irgend jemanden interessiert. Ich bin jedenfalls überglücklich, dass ich das erreicht habe, was ich wollte.
Danke an alle, die ein offenes Ohr für mich hatten.
Petri Heil - Euer Kalle
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