„Unser See ist nicht umgekippt und ist auch keine Kloake”, versuchte gestern Roland Kühn, Vorsitzender des Ortsvereins Galgenmoor, mit vielen Gerüchten aufzuräumen, die es nach der Sperrung des Galgenmoorsees in der vergangenen Woche gegeben hat. Und von einem Fischsterben könne schon gar nicht die Rede sein. „Das ist absoluter Humbug”, sagte Kühn.
Es habe einen toten Fisch gegeben, der sei aber vermutlich eines natürlichen Todes gestorben. Anders sah es da allerdings bei den Enten aus.

Am Algenbefall im Wasser waren in der vergangenen Woche 32 Enten verendet, sagte gestern der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Andreas Krems. Nach der Entdeckung der Algen seien sofort Schutzmaßnahmen (Impfung von Enten, Absperrung des Sees durch die Polizei) erfolgt.
Dass der See nicht umgekippt und damit „tot” sei, zeige allein die Tatsache, dass in dieser Woche nur noch drei weitere junge Enten verendet seien. Zudem ist auch der männliche Schwan in dieser Woche verendet.
Vorwürfe aus der Bevölkerung, dass außer der Absperrung keine Gegenmaßnahmen ergriffen worden seien, wiesen Kühn und Krems zurück. Der Sauerstoffgehalt des Wassers werde ständig von Mitarbeitern der Stadt, der Polizei und auch vom Fischereiverein kontrolliert.
„Es ist genügend Sauerstoff im Wasser, sonst würden die Fische nicht überleben”, sagten Engelbert Grave, Gewässerwart der Sportanglergruppe Cloppenburg und Knut Tholen, Hauptgewässerwart vom Fischereiverein Friesoythe. „Wir können jederzeit durch die Fontäne und das Belüftungssystem Sauerstoff zuführen, aber das war bislang nicht nötig”, sagte Roland Kühn.
Nach Angaben von Andreas Krems sei der Algenbefall ein natürlich verlaufender Prozess. Die Algen seien nur für einige, zumeist schwächere Tiere giftig. Da bei der Algenblüte auch modrige Gerüche entstehen könnten, die man nicht einatmen sollte, wurde der See weiträumig abgesperrt. Nach etwa drei Wochen, so Krems, müsste der Algenbefall wieder verschwunden sein.
Eine Ursache für die Algen glaubt man ebenfalls gefunden zu haben. Das ständige Füttern der Enten auf dem See. „Das hat derartige Auswüchse angenommen, dass man hier schon von der Biotonne der Stadt spricht”, sagte Kühn.
Die Enten könnten die Massen an Brot und anderen Küchenabfällen gar nicht verspeisen, die Reste würden auf dem Boden des Sees landen und das Wasser verunreinigen. Dem soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Der Ortsverein will Schilder „Enten füttern verboten” aufstellen.
Als Konsequenz aus der Sperrung des Sees hat der Ortsverein den für den 2. September auf der Plattform am See geplanten Kröchenmarkt mit Versteigerung gestern abgesagt. Er findet in diesem Jahr nicht statt.
Bild und Bericht H. Kulgemeyer, MT
Bildunterschrift:
Ortstermin am Galgenmoorsee: Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Andreas Krems, Hauptgewässerwart Knut Tholen, Ortsgewässerwart Engelbert Grave und Ortsvereinsvorsitzender Roland Kühn (von links) mit einem Sauerstoff-Messgerät.